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Ernährungslexikon


Rund ums erste Lebensjahr


Das erste Lebensjahr Ihres Babys ist eine spannende und aufregende Zeit. Denn nie wieder lernt und wächst ein Mensch so viel, wie in den ersten zwölf Monaten seines Lebens. Das Novalac-Ernährungslexikon wird Ihnen, liebe Eltern, in dieser neuen Lebensphase mit fachlichem Rat zur Seite stehen. Hier finden Sie kurze aktuelle Informationen zu vielen Fragen rund um gesunde Entwicklung und Ernährung im ersten Lebensjahr.

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Entwicklung


Wachsen im Eiltempo

Im Durchschnitt verdreifacht ein Baby sein Geburtsgewicht bis zum ersten Geburtstag und es wächst um die Hälfte. Sein Gehirn braucht nur wenige Monate, um das Gewicht zu verdoppeln. So hat auch Babys Kopfumfang deutlich zugenommen. Deswegen wirkt der Kopf im Verhältnis zum Körper immer etwas überdimensioniert.

Von Geburt an

Parallel zum Wachstum entwickeln sich seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Da Menschenkinder relativ hilflos zur Welt kommen und auf intensive Pflege angewiesen sind, müssen sie sich bemerkbar machen können, wenn ihnen etwas fehlt. Deswegen verfügt schon das Neugeborene über eine gewisse Mimik; es hört bereits und kann negative Gefühle wie Hunger und Durst lauthals kundtun. Die Fähigkeit zu saugen, zu schlucken und zu greifen ist ihm angeboren.

Das erste Lächeln

Nach etwa zwei Monaten lächelt ein Baby sein Gegenüber zum ersten Mal an. Jetzt ist sein Sehvermögen so weit entwickelt, dass es Gesichter vertrauter Menschen gut erkennen kann. Bereits vier Wochen später fixiert es Personen oder Spielsachen bewußt und dreht sein Köpfchen, wenn es Geräusche hört. Größere Gegenstände versucht das Baby zu ergreifen. In Bauchlage kann es sich jetzt auf seine Unterarme stützen und den Kopf alleine heben.

Bis es ein halbes Jahr alt ist, kann das Baby bereits einfache Silben wiederholen – was die „Ma-ma-ma“ sehr freut. Weniger erfreut ist sie meist darüber, dass ihr Baby nun alles, was es in seine Fingerchen bekommt, in den Mund steckt.

Baby wird mobil und …

Etwa mit acht Monaten kann ein Baby alleine sitzen, und bald darauf beginnt es zu krabbeln. Es hat eine eigene Plappersprache entwickelt. Jetzt kann das Kind auch fremde Menschen von bekannten unterscheiden, die Phase des „Fremdelns“ beginnt.

… immer selbstständiger

Gegen Ende des ersten Lebensjahres kann das Kind bereits einfache Worte sagen und versteht eine Reihe von Aussagen oder Aufforderungen seiner Eltern. Seine Finger sind geschickter geworden und können nun auch kleine Gegenstände greifen – und den Löffel selbst zum Mund führen. Es zieht sich überall hoch und steht aus eigener Kraft. Bald folgen die ersten Schritte an der Hand. Manche Kinder laufen an ihrem ersten Geburtstag schon, andere brauchen noch eine Weile. Doch das spielt keine Rolle: In den vergangenen zwölf Monaten hat Ihr Kind unendlich viel gelernt.

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Ernährung


Ausgewogene Kost

Das Baby braucht eine ausgewogene Ernährung, die seinem Körper genügend Energie und alle wichtigen Nährstoffe liefert. Nur so kann es ausreichend wachsen, sein Immunsystem und seine geistigen Fähigkeiten entwickeln und gesund bleiben.

Nährstoffe

Zu den Nährstoffen gehören Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe sowie Wasser.

Wachsen mit Eiweiß

Eiweiß ist ein wichtiger Baustoff für Babys Muskeln und Organe. Ihr Kind sollte in den ersten vier Lebensmonaten nach Möglichkeit nur das Eiweiß aus der Muttermilch bekommen. Ist es Ihnen nicht möglich, Ihr Baby zu stillen, ist Säuglingsanfangsnahrung die beste Alternative.

Energiespender

Die Energie für sein Wachstum und seine Entwicklung bezieht das Baby in den ersten 4 Monaten vor allem aus Fett, denn 1 g Fett enthält ca. doppelt so viel Energie wie die gleiche Menge Kohlenhydrate bzw. Eiweiß. Darüber hinaus enthält Fett wichtige Bestandteile, wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, für die Entwicklung des Nervensystems. Fett ermöglicht außerdem die Aufnahme bestimmter Vitamine. Eine optimale Versorgung mit diesem Energiespender garantiert die Muttermilch. Können Sie Ihr Baby nicht stillen, steht als Alternative Säuglingsanfangsnahrung zur Verfügung.

Wertvoller Milchzucker

Von den verschiedenen Kohlenhydraten ist für ein Neugeborenes der Milchzucker (Laktose) am besten verträglich. Er liefert nicht nur Energie, sondern fördert auch die Ausbildung einer gesunden Darmflora und die Aufnahme von Kalzium für die Knochen. Andere Kohlenhydrate wie Stärke oder Maltodextrin sättigen dagegen etwas besser und länger, da sie langsamer vom Körper aufgenommen werden.

Wichtige Schutzstoffe

Im Vergleich zu einem Erwachsenen braucht ein Baby viel mehr Vitamine und Mineralstoffe. Bestimmte Vitamine können nur verwertet werden, wenn die Nahrung ausreichend Fett enthält. Pro Kilo Körpergewicht brauchen Babys etwa

  • 40-mal soviel Vitamin D
  • 4,5-mal soviel Vitamin A
  • 4-mal soviel Vitamin C
  • 6-mal soviel Eisen
  • 5-mal soviel Kalzium
  • 4-mal soviel Zink und Jod

wie ein Erwachsener.

Vitamin A ist wichtig für die Sehkraft, Vitamin C für Bindegewebe und Eisenaufnahme. Vitamin D und Kalzium sind von großer Bedeutung für Knochen und Zähne. Eisen dient der Blutbildung, Zink und Jod sind wichtig zur Entwicklung des Gehirns.

Optimal versorgt

In den ersten vier Lebensmonaten ist Muttermilch für Ihr Baby das Beste. Sie enthält alle Nährstoffe, die ein Neugeborenes zum gesunden Gedeihen braucht, in optimaler Zusammensetzung. Die Zusammensetzung der Muttermilch passt sich außerdem während der Stillzeit dem sich ändernden Bedarf des Säuglings an. Auch sorgt das Stillen für eine gute Darmflora und stärkt das Immunsystem des Neugeborenen. Zudem hat es durch die intensive Mutter-Kind-Beziehung günstige psychologische Effekte.

Ernährung während der Stillzeit

Damit sie diesen Zweck erfüllen kann, ist es wichtig, dass sich auch die Mutter ausgewogen ernährt, auf Alkohol und Nikotin verzichtet und ihren Koffeinkonsum (Kaffee, Tee, Colagetränke) einschränkt.

Erhöhter Nährstoffbedarf der Mutter

Stillende Mütter benötigen während der Stillmonate nicht nur mehr Energie (Kalorien), sondern auch mehr Eiweiß, Vitamine (B-Vitamine, Vitamin C, Folsäure) und Mineralstoffe (Jod, Eisen, Magnesium) als nicht stillende Frauen. Zudem sollte sie mindestens 2 Liter kalorienarme Flüssigkeit pro Tag trinken, um die Milchbildung zu fördern.

Säuglingsmilchnahrung

Es können jedoch nicht alle Babys gestillt werden. In diesem Fall ist Säuglingsanfangsnahrung die beste Alternative zur Muttermilch. Sie ist in ihrem Nährstoff-, Vitamin- und Mineralgehalt der Muttermilch weitgehend angepasst. Im Hinblick auf die ersten Zähnchen sollten Sie vorzugsweise auf saccharosefreie Säuglingsmilchnahrung zurückgreifen.

Vitamin K

Um gefährliche Blutungen zu verhüten, bekommt Ihr Baby bei den ersten drei Vorsorgeuntersuchungen Vitamin K-Tropfen. Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung.

Zusätzliche Getränke

Babys brauchen pro Kilo Körpergewicht rund 4,5-mal soviel Wasser wie Erwachsene. Flüssigkeitsverluste können für ein Baby sehr schnell bedrohlich werden. Zusätzliche Getränke, wie z. B. Tee oder abgekochtes Wasser sind in den ersten vier Monaten nur dann nötig, wenn das Baby durch Schwitzen, Fieber, Durchfall oder Erbrechen mehr Flüssigkeit als sonst verloren hat.

Beikostphase

Um das rasch wachsende Kind mit genügend Energie und Nährstoffen zu versorgen, kann ab dem fünften bis sechsten Monat mit der schrittweisen Zufütterung von Beikost begonnen werden. Ihr Baby bekommt also weiterhin seine gewohnten Milchmahlzeiten, von denen zunächst eine, später dann allmählich auch die anderen, durch Beikost ersetzt wird.

Brei mit dem Löffel

Da trifft es sich gut, dass mit ca. einem halben Jahr der Saugreflex nachlässt und Darm und Nieren so weit gereift sind, dass auch andere Lebensmittel verkraftet werden können. Das Baby lutscht gerne und übt das Kauen. Auch hat es seine Zunge jetzt so gut unter Kontrolle, dass es seinen ersten Brei vom Löffel essen kann.

Tipp

Babys Milch-Getreidebrei kann auch mit seiner gewohnten Säuglingsmilch angerührt werden, z. B. mit Novalac 2.

Übersicht über die Beikostphase

Geeignete Getränke

Mit der Einführung der Beikost hat das Baby vermehrten Flüssigkeitsbedarf, sein Durst muss mit geeigneten Getränken, wie z. B. Wasser, Tee oder verdünntem Fruchtsaft, gestillt werden. Stark zuckerhaltige Getränke kommen für Ihr Baby nicht in Frage.

Die Zähne kommen

Mit dem Durchbrechen der ersten Zähnchen kann dem Kind nun festere Nahrung angeboten werden. Beliebt sind z. B. Obst-, Gemüse- und Brotstückchen, die es schon selbst halten und in den Mund stopfen kann. Schützen Sie die neuen Zähnchen Ihres Babys vor stark zuckerhaltigen Getränken und Speisen.

Am Familientisch

Gegen Ende seines ersten Lebensjahres ist das Kind weit genug entwickelt, um mit drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten auszukommen und kindgerechte Mahlzeiten am Familientisch mitzuessen.

Ablauf einer Mahlzeit

Nehmen Sie sich Zeit zum Stillen bzw. Füttern und wählen Sie einen ruhigen Ort aus. So wird Ihr Baby nicht abgelenkt und kann die Situation voll genießen. Setzen oder legen auch Sie sich bequem hin, damit Sie Ihr Kind während des Trinkens gut halten und seinen Rücken stützen können.

Individuelles Tempo

Drängen Sie Ihr Baby nicht, schneller zu trinken. Jedes Kind braucht seine Zeit um satt zu werden und seinen individuellen Ess-Rhythmus zu finden. Anfangs kann das schon mal eine Stunde dauern – bei sechs bis acht Mahlzeiten pro Tag wird so aus dem Füttern (und Wickeln) ein „Fulltime-Job“. Mit der Zeit kommt das Baby jedoch meist mit vier oder fünf Mahlzeiten aus und alles geht zügiger.

Blickkontakt halten

Lassen auch Sie sich nicht ablenken, sondern nehmen Sie Blickkontakt mit Ihrem Baby auf. Denn die Essenszeiten dienen auch dem gegenseitigen Kennenlernen und der Mutter-Kind-Bindung. Der intensive Körper- und Blickkontakt fördert Babys seelische Entwicklung.

Das Bäuerchen

Babys schlucken beim Trinken immer etwas Luft mit. Ist der Magen zu stark mit Milch und Luft angefüllt, empfindet das Baby ein Völlegefühl. Beim Bäuerchen stößt das Kind etwas von der Luft aus und entlastet dadurch den Magen. Einige Kinder müssen bereits während der Mahlzeit Gelegenheit zum Aufstoßen bekommen, um Platz für den Rest der Milch zu schaffen. Trinkt das Baby aber ruhig und zufrieden, ist ein Aufstoßen am Ende der Mahlzeit völlig ausreichend. Bewerten Sie jedoch das Bäuerchen nicht über. Manchmal muss das Aufstoßen gar nicht sein, denn Babys saugen nicht immer gleich viel Luft mit der Milch. Weil das Trinken für ein kleines Baby sehr anstrengend ist, fallen die Kinder danach meist in einen tiefen, ruhigen Schlaf.

Entwicklungs- und Ernährungsphasen im ersten Lebensjahr

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