Mit den ersten Zähnchen (Zahnen) können Sie Ihrem Baby auch festere Nahrung anbieten. Zum Kautraining geeignet sind kleine Brotstückchen oder ein Zwieback.
Ab dem siebten Monat kann Ihr Kind auch schon mal an einer rohen Möhre oder Gurke das Beißen und Kauen üben. Gedünstete Broccoli- oder Blumenkohlstückchen oder auch Zucchini sind im Allgemeinen gut verträglich. Rohes Beeren- und Steinobst, sowie verschiedene Kohlarten und Hülsenfrüchte sind für Ihr Baby allerdings noch nicht geeignet. Bei empfindlichen Babys führen sie zu vermehrten Blähungen und können allrgische Reaktionen auslösen.
Milchprodukte sollten Sie Ihrem Baby frühestens im zweiten Lebenshalbjahr anbieten, Käse erst, wenn es Zähnchen hat.
Gewöhnen Sie Ihr Kind etwa ab dem sechsten Monat nach und nach an neue Geschmacksrichtungen. Als Startergemüse eignen sich z. B. Karotten, Zucchini oder Fenchel. Akzeptiert Ihr Baby die neue Kost, können Sie nach etwa einer Woche den Brei um pürierte Kartoffeln erweitern. Nach weiteren sechs bis acht Tagen füttern Sie Ihr Baby mit einem Fleisch-Gemüse-Kartoffel-Brei. Es dauert also ca. drei Wochen bis Babys erster Brei eine komplette Milchmahlzeit ersetzt.
Die heute üblichen Flaschennahrungen werden in der Regel auf der Basis von Kuhmilch hergestellt, ergänzt durch hochwertige pflanzliche Fette sowie verschiedene Kohlenhydrate, wie z. B. Maltodextrin oder Stärke. Angereichert wird mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen sowie mit weiteren Substanzen, die für die Entwicklung des Säuglings wichtig sind. Dazu gehören auch ungesättigte Fettsäuren in der richtigen Zusammensetzung, die bedeutsam für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems sind. Gleichzeitig sind die Flaschennahrungen natriumarm, um Babys Nieren nicht zu überlasten.
Die handelsüblichen Milchnahrungen sind in ihrer Nährstoffzusammensetzung und im Energiegehalt der Muttermilch weitgehend angeglichen. Sie enthalten Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe in der richtigen Menge und Zusammensetzung. Die Zusammensetzung von Säuglingsmilchnahrung wird streng kontrolliert und ist in der sog. Diätverordnung verankert. Damit Ihr Baby davon profitiert, müssen Sie die Dosierungsangaben der Hersteller exakt einhalten. Ansonsten stimmen Nährstoffzusammensetzung und Energiedichte nicht mehr und es kann zu Mangel-, Fehl- oder Überernährung kommen.
Säuglingsnahrungen sind praktisch frei von Schadstoffen. Dafür sorgen die Auswahl der Rohstoffe, die strenge Diätverordnung sowie eine ständige Qualitätskontrolle.
Falls Sie die Flaschennahrung Ihres Kindes einmal probieren, kommt Sie Ihnen vielleicht fade vor. Für das Baby ist sie aber genau richtig so. Es braucht kein Salz und keinen Zucker – im Gegenteil, beides würde seiner Gesundheit schaden. Deshalb ist es z. B. grundsätzlich von Vorteil, eine saccharosefreie Säuglingsmilchnahrung zu verwenden.
Ob ein Kind gut gedeiht, zeigt sich in erster Linie an seinem Längenwachstum und an seiner Gewichtsentwicklung, beides verläuft schubweise (siehe Wachstum).

Ihr Kinderarzt kann Ihnen anhand von Tabellen zeigen, ob Ihr Kind sich im "üblichen" Rahmen bewegt. Weicht seine Entwicklung plötzlich oder übermäßig von diesen Werten ab, muss nach den Ursachen gesucht werden.
Der Grad des Untergewichtes entscheidet über die nötigen Maßnahmen. Über geeignete Maßnahmen sollten Sie sich mit Ihrem Kinderarzt beraten, der ggf. eine Zusatznahrung empfiehlt. Vielleicht genügt es aber auch, das Kind häufiger zum Trinken bzw. Essen zu animieren.
Eine Überversorgung mit Muttermilch ist nicht möglich. Wenn nicht gestillt wird, ist eine angemessene Ernährung mit Flaschennahrung nach exakter vorgegebener Dosierung im ersten Lebenshalbjahr die beste Maßnahme gegen Übergewicht (siehe auch Hunger, Trinkmenge, Zubereitung).
Wenn Sie nicht stillen, überprüfen Sie die Lochgröße des Flaschensaugers. Sie sollte so bemessen sein, dass die Milch aus der nach unten gehaltenen Flasche langsam heraustropft. Ein zu kleines Saugerloch macht das Trinken zu anstrengend für das Baby, ein zu großes Loch kann dazu führen, dass es zu viel trinkt.
Seinen Hunger lautstark anzuzeigen, ist eine der ersten Gefühlsreaktionen Ihres Babys.
In den ersten sechs Wochen „meldet“ sich Ihr Baby etwa sechs bis acht Mal pro Tag. Erst nach acht bis zwölf Wochen pendelt sich ein individueller Mahlzeiten-Rhythmus ein. Als Faustregel können Sie dann mit einer Mahlzeit etwa alle vier Stunden rechnen (siehe auch Säuglingsmilchnahrungen).
Dieser Rhythmus kann während eines Wachstumsschubs kurzfristig durcheinander geraten. Das Baby braucht dann mehr Nahrung und meldet sich wieder häufiger. Stillen bzw. füttern Sie Ihr Baby in dieser Phase einfach häufiger. Die Gefahr einer Überfütterung ist beim Stillen nicht gegeben. Bei der Fütterung von Folgenahrungen besteht die Gefahr der übermäßigen Gewichtszunahme, wenn die Nahrung nicht richtig dosiert ist. Richten Sie sich deshalb exakt nach den Herstellerangaben; dann ist Ihr Baby gut versorgt. Sollte Ihr Baby häufig Hunger haben, befragen Sie am besten Ihren Kinderarzt, der mit Ihnen einen passenden Ernährungsplan aufstellen kann.
Für Babys, die schnell wieder hungrig sind, stehen Milchnahrungen mit leicht verdaulichen Kohlenhydraten zur Verfügung, die im Darm des Babys langsam verwertet werden. Sie sättigen ausreichend und verlängern die Fütterungsintervalle. Die Säuglingsnahrungen z. B. Novalac H1 und H 2 verfügen über sehr gute Sättigungseigenschaften. Besonders das letzte Fläschchen des Tages sollte gut sättigen, damit das Baby gut schläft.
Sollten Sie Muttermilch abgepumpt haben, füllen Sie die Nahrung am besten gleich in ein hygienisch einwandfreies Fläschchen und stellen Sie dieses sofort kühl. Die Milch ist bei 4° C maximal bis zu 72 Stunden haltbar.
Bereiten Sie Fläschchen mit Säuglingsmilchnahrung immer frisch zu. Fertige Fläschchen können bis maximal eine halbe Stunde warm gehalten werden.
Reinigen Sie Fläschchen und Sauger am besten gleich nach Gebrauch sorgfältig von Milchresten und kochen Sie anschließend beides fünf Minuten aus.
Kann Ihr Kind noch kein ganzes Gläschen aufessen, sollten Sie eine entsprechende Portion mit einem sauberen Löffel entnehmen, das Gläschen wieder verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Darin halten sich angebrochene Gemüse- oder Obstgläschen bis zu drei Tage, Gläschen mit kompletten Kindermenüs sollten nach ein bis zwei Tagen aufgebraucht sein. Muss eine Mahlzeit einmal unterbrochen werden, stellen Sie das Essen besser kalt und erwärmen es vor dem Füttern neu.
Manche Kinder leiden in den ersten Lebensmonaten unter Koliken. Zunächst sollte der Kinderarzt klären, was die Ursache ist. Bei manchen Kindern ist die Kolik auf eine vorübergehende Laktoseunverträglichkeit zurück zu führen. Die Verwertbarkeit des Milchzuckers ist bei jedem Baby unterschiedlich. Wird er nicht vollständig verdaut, kommt es zur Gasbildung im Darm, was den Kindern Bauchschmerzen oder Blähungen verursacht.
Versuchen Sie, möglichst Ruhe zu bewahren! Eine spezielle Nahrung, die im Laktosegehalt reduziert ist, kann Linderung bringen. Hierzu eignet sich Novalac BK1 oder Novalac BK2, die auch als Dauernahrung gefüttert werden können. Auf Laktose sollte jedoch nicht völlig verzichtet werden, da sie wichtig für die Entwicklung von Babys Darmflora ist. Hilfreich ist häufig auch ein Herumtragen, Schaukeln oder Spielen mit dem Kind. Auch eine sanfte Massage des Bäuchleins tut dem Baby sicher gut.
Zur Prophylaxe ist es wichtig, bei den Mahlzeiten für eine stressfreie und angenehme Atmosphäre zu sorgen.
In dieser Zeit stehen für Ihr Baby spezielle laktosereduzierte Säuglingsnahrungen zur Verfügung, die den individuellen Ernährungs- und Verdauungslagen von Babys bestens angepasst sind, z. B. Novalac BK 1 bzw. BK 2, die als Dauernahrung entwickelt wurden.
Allergiegefährdete Kinder erhalten Milch und Milchprodukte frühestens nach ihrem ersten Geburtstag. Gesunde Kinder, die nicht gestillt werden, erhalten zunächst eine Säuglingsanfangsnahrung auf Kuhmilchbasis. Ab dem fünften bis sechsten Lebensmonat bekommen sie im Rahmen der schrittweisen Einführung von Beikost dann Vollmilch.
Für die Zubereitung von Milchmahlzeiten im zweiten bzw. dritten Lebenshalbjahr verwenden Sie – sofern sie vertragen wird – am besten frische Vollmilch oder H-Vollmilch mit 3,5 % Fett. Die Vitaminverluste bei der Herstellung von H-Milch sind heutzutage gering, so dass hier kein Grund zur Besorgnis besteht.
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