In den letzten Jahren konnte weltweit eine deutliche Zunahme von Allergien beobachtet werden. Nahezu jedes vierte Kind leidet heute in der westlichen Welt an dieser "Volkskrankheit".
Das Risiko an einer Allergie zu erkranken ist zu einem Großteil erblich bedingt. Es steigt sprunghaft in den Fällen, in denen die Eltern bereits Allergiker sind. So liegt das Erkrankungsrisiko eines Säuglings mit einem betroffenen Elternteil bei 20-40%, wenn beide Eltern betroffen sind und die gleiche Allergie haben steigt das Risiko sogar auf 60-80%.

Quelle: Kjelman, Acta Pediatica Scand, 1977, 66, 465-71
Wenn nicht oder nur teilweise gestillt werden kann, empfiehlt es sich, bei allergiegefährdeten Babys eine hypoallergene Nahrung (wie z.B. Novalac HA) zu füttern. HA-Nahrungen enthalten im Gegensatz zu herkömmlichen Säuglingsnahrungen allergenarme (hypoallergene) Eiweißbausteine.
Das Verdauungssystem des Babys ist noch nicht voll ausgereift. So kann Lactose, der Milchzucker in Muttermilch und Säuglingsmilchnahrungen, häufig noch nicht vollständig abgebaut werden. Es kommt zu einer Ansammlung von Luft und Gasen in Magen und Darm. Das löst die Blähungen und schmerzhafte Koliken bei Ihrem Baby aus. Das Baby fühlt sich unwohl und schreit, wodurch es wiederum mehr Luft schluckt, was die Beschwerden zusätzlich verstärkt. Auch beim Saugen am Milchfläschchen oder an der Mutterbrust schlucken Babys manchmal zu viel Luft. Verschluckte Luft wird das Baby am besten durch ein Bäuerchen wieder los.
Eine verlangsamte Darmpassage und der verstärkte Entzug von Wasser führen bei manchen Babys zu Verstopfung. Das kann sehr schmerzhaft für das Baby sein.
Meistens ist der Grund dafür ein zu hoher Caseingehalt der Nahrung. Casein ist, wie auch Molke, ein Bestandteil des Milcheiweißes. Oft ist auch der Lactosegehalt der Nahrung zu gering. Lactose wirkt der Verstopfung entgegen, indem sie den Wassergehalt im Stuhl erhöht.
Verstopfung kann – genauso wie Durchfall – als Nebenwirkung nach einer Antibiotika-Behandlung auftreten. Das Antibiotikum zerstört nicht nur Krankheitskeime, sondern kann auch die nützlichen Darmbakterien schädigen.
Dass ein Baby ab und zu nach den Mahlzeiten kleine Mengen Milch wieder hochbringt, ist ganz normal und nicht weiter bedenklich. Manche Babys neigen aber zu vermehrtem Spucken und Aufstoßen.
Da der Schließmuskel der Speiseröhre bei manchen Babys noch nicht ganz ausgereift ist und somit nach der Nahrungsaufnahme nicht richtig schließt, führt schon ein leichter Rückfluss zum Wiederhochbringen der Milch. Im Magen befindet sich Säure zum Zersetzen der Nahrung. Wenn diese durch Aufstoßen in die Speiseröhre kommt, brennt und schmerzt es. Daher schreit Ihr Baby.
Schnell wiederkehrendes Hungergefühl kann verschiedene Ursachen haben, oft liegt es am schnell verdaulichen Zucker in manchen Säuglingsnahrungen.
Das Hungergefühl wird über den Blutzuckerspiegel geregelt. Zucker führt erst zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, dann zu einer raschen Insulinausschüttung und darauf zu einem jähen Abfall des Blutzuckerspiegels. Der niedrige Blutzuckerspiegel bewirkt, dass sich das Hungergefühl nach einer zu kurzen Sättigungsphase bald wieder einstellt. Das Baby ist unruhig, weint viel und schläft nicht durch. Die verkürzten Fütterungsintervalle sind für die Eltern – besonders in der Nacht – oft sehr anstrengend.
In den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten sollte ein Baby ausschließlich Milch als Nahrung erhalten. Am besten ist Muttermilch. Sie enthält alles, was das Baby in seinen ersten Lebensmonaten braucht.
Wenn Sie aus medizinischen oder persönlichen Gründen nicht stillen können oder möchten, ist eine hochwertige, spezielle Säuglingsanfangsnahrung empfehlenswert, die alles enthält, was der wachsende Säugling benötigt. Fragen Sie Ihren Kinderarzt, Ihren Apotheker oder Ihre Hebamme, welche Säuglingsmilchnahrung sie verwenden sollen.
Die Nährstoffzusammensetzung in Säuglingsanfangsnahrung ist optimal an die Bedürfnisse des wachsenden Säuglings angepasst.
Die Gabe von anderen Lebensmitteln, wie etwa Brei oder Saft, vor dem 5. Lebensmonat ist nicht zu empfehlen und kann das Risiko für die Entwicklung einer Allergie erhöhen.
Milchnahrung mit der 1 auf der Packung ist für Ihr Baby vom ersten Tag an und das ganze erste Lebensjahr hindurch geeignet.
Wenn Ihr Baby älter als sechs Monate ist kann auf die Folgemilch mit der 2 auf der Packung gewechselt werden.
Ab dem 5. bis 7. Lebensmonat können Sie Monat für Monat eine Flaschenmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzen. Am Ende des ersten Lebensjahres kann Ihr Kind mit etwas Hilfe am Familientisch mitessen.
Durchfall kann viele Gründe haben, zum Beispiel bakterielle oder virale Infektionen, die das Darmgleichgewicht stören oder aber Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien. Auch unter einer Behandlung mit Antibiotika kann als Nebenwirkung Durchfall auftreten. Häufig werden auch während des Zahnens dünne Stühle beobachtet, die Ursache hierfür ist nicht bekannt.
Durchfall bei Babys und Kleinkindern muss sehr ernst genommen werden. Durchfall führt immer zu einem Verlust von Flüssigkeit, Salzen und Mineralstoffen. Dieser Verlust kann bei einem so kleinen Organismus viel schneller bedrohlich werden als bei einem Erwachsenen.
Gehen Sie mit Ihrem Kind sofort zum Kinderarzt, wenn wässriger, grüner Stuhl auftritt (Verdacht auf eine Virusinfektion). Wenn der Durchfall bei einem Säugling länger als sechs Stunden anhält, sollten Sie ebenfalls den Kinderarzt aufsuchen.
Bitte stellen Sie Ihr Kind auch umgehend beim Arzt oder einer Klinik vor, wenn Sie die Anzeichen einer Austrocknung feststellen:
Die Kuhmilchallergie ist im ersten Lebensjahr die am häufigsten vorkommende Nahrungsmittelallergie. Etwa 1-3% aller Babys sind betroffen. Bei den meisten Säuglingen tritt die Kuhmilchallergie zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat auf.
Die Symptome einer Kuhmilchallergie können sehr vielfältig sein. Am häufigsten betroffen sind:
Das Symptomspektrum kann von Hautausschlägen über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bis hin zu Asthma bronchiale und Atemnot reichen.